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Die Polypharmazie-Falle · Teil 1 von 3

Polypharmazie: Wie aus einer Tablette zwölf werden

Was Polypharmazie ist, wie aus einer Tablette in zwölf Jahren zwölf werden und welche Fragen helfen, es früher zu bemerken.

Polypharmazie: In der offenen Hand einer älteren Frau liegen zwölf verschiedene Tabletten und Kapseln. Sie trägt einen goldenen Ring und eine cremefarbene Strickjacke, der Hintergrund ist dunkelgrün, von links oben fällt warmes Licht.

Zwölf Döschen am Küchentisch

Es ist halb acht. Maria, 78 Jahre alt, sitzt am Küchentisch und sortiert ihre Tabletten. Zwölf verschiedene Präparate, verteilt auf morgens, mittags, abends und die Nacht. Ein Ritual, das sie im Schlaf beherrscht. Fragt man sie, wofür jedes einzelne Mittel ist, wird sie bei einigen unsicher. Fragt man sie, wann das alles angefangen hat, weiß sie es genau: vor zwölf Jahren, kurz nachdem ihr Mann gestorben ist.

Maria ist eine fiktive Figur. Ihre Geschichte ist aus Verläufen zusammengesetzt, wie sie in der Versorgung älterer Menschen häufig vorkommen. Gerade deshalb lohnt es sich, genau hinzusehen. Denn in Marias zwölf Jahren steckt kein großer ärztlicher Fehler und keine besonders schwere Krankheit. Es sind viele kleine, jeweils nachvollziehbare Schritte, die sich zu etwas summiert haben, das so niemand geplant hat.

An jedem Wendepunkt ihrer Geschichte fehlte eine einzige Frage. Am Ende dieses Artikels kennst du sie alle.

Dieser erste Teil unserer Serie erklärt, was Polypharmazie ist, wie sie entsteht und was sie kosten kann. Teil 2 zeigt, warum unser Versorgungssystem solche Verläufe begünstigt, Teil 3, was Betroffene und Angehörige tun können. Und vorab das Wichtigste: Bitte setz nach dem Lesen keine Medikamente eigenmächtig ab. Warum das gefährlich sein kann, erklären wir in Kapitel 05.

Kurz beantwortet

Was ist Polypharmazie?

Von Polypharmazie spricht man meist, wenn jemand dauerhaft fünf oder mehr Medikamente gleichzeitig nimmt. In Deutschland bekamen 2022 rund 43 Prozent der gesetzlich Versicherten über 65 sogar mehr als fünf Wirkstoffe zugleich. Viele davon sind wichtig. Zu viele Medikamente im Alter werden dann zum Risiko, wenn niemand mehr prüft, ob alle noch nötig sind und zusammenpassen. Dann drohen Stürze, Wechselwirkungen und Notaufnahmen. Setz trotzdem nichts eigenmächtig ab, sondern sprich mit deinem Arzt oder in der Apotheke.

Definition & Verbreitung

Was ist Polypharmazie? Fünf Mittel und mehr

Von Polypharmazie, auch Multimedikation genannt, spricht man meist, wenn ein Mensch dauerhaft fünf oder mehr verschiedene Medikamente gleichzeitig einnimmt. Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Eine große Übersichtsarbeit hat 110 Fachartikel ausgewertet, und keine Definition kam darin so oft vor wie diese: fünf oder mehr Mittel täglich.

Warum gerade fünf?

Die Grenze ist eine Vereinbarung, aber eine sinnvolle. Mit jedem zusätzlichen Mittel wächst die Zahl der möglichen Kombinationen schneller als die Zahl der Mittel selbst. Bei fünf Medikamenten gibt es zehn mögliche Paare, die sich gegenseitig beeinflussen können. Bei acht sind es schon 28, bei zwölf, wie bei Maria, 66. Die Rechnung ist einfach: Jedes Mittel kann mit jedem anderen ein Paar bilden. Bei fünf Mitteln hat jedes vier mögliche Partner, das macht 5 × 4 = 20. Weil so jedes Paar doppelt gezählt ist, einmal als A mit B und einmal als B mit A, bleiben 10. Bei acht Mitteln sind es 8 × 7 : 2 = 28. Nicht jedes Paar wirkt tatsächlich zusammen. Aber ab einer gewissen Menge lässt sich kaum noch zuverlässig vorhersagen, was im Körper geschieht, zumal Dreier- und Viererkombinationen noch gar nicht mitgezählt sind.

Mit jedem Mittel mehr Mögliche Paare
5 Medikamente10 Paare
8 Medikamente28 Paare
12 Medikamente, wie bei Maria66 Paare

So wird gerechnet: Zahl der Mittel mal eins weniger, geteilt durch zwei. Bei zwölf Mitteln also 12 × 11 : 2 = 66. Dreier- und Viererkombinationen sind dabei noch nicht mitgezählt.

Im Alter eher die Regel als die Ausnahme

In Deutschland ist Polypharmazie bei älteren Menschen weit verbreitet. Laut einer Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) wurden 2022 rund 43 Prozent der gesetzlich Versicherten über 65 mit mehr als fünf Wirkstoffen gleichzeitig behandelt. Und es werden mehr: 2012 bekamen Menschen ab 65 im Mittel 3,9 verschiedene Medikamente pro Tag verordnet, 2021 waren es schon 4,4.

Warum gerade im Alter? Mit den Jahren kommen chronische Erkrankungen hinzu, und mit ihnen weitere Ärzte. Wer gleichzeitig Bluthochdruck, eine Herzrhythmusstörung und Osteoporose hat, bekommt für jede Erkrankung eine eigene Behandlung, oft aus verschiedenen Praxen. Hinzu kommt, dass der Körper Medikamente im Alter anders verarbeitet. Nieren und Leber bauen viele Wirkstoffe langsamer ab, der Anteil an Körperwasser sinkt, und auf manche Wirkstoffgruppen reagiert der Körper empfindlicher. Dieselbe Dosis kann deshalb stärker oder länger wirken als bei einem jüngeren Menschen. Wie die Leber Medikamente und andere Stoffe abbaut, liest du in Die stille Schaltzentrale: Wie du deine Leber entlastest.

Für dich heißt das: Zähl einmal alles zusammen, was du oder ein Angehöriger regelmäßig nimmt, auch Tropfen, Sprays, Spritzen und rezeptfreie Mittel. Erst dann siehst du, wie lang die Liste wirklich ist.

Alles, was regelmäßig genommen wird, in Reihen auf einem Leinentuch: Tablettendosen, Blisterpackungen, Tropffläschchen, ein Nasenspray, eine Salbentube, eine Schachtel und zwei Gläser mit Kapseln, von oben fotografiert.

Marias Geschichte

Wie entsteht Polypharmazie? Marias zwölf Jahre

Vor zwölf Jahren war Maria 66, pensionierte Grundschullehrerin, gesund und aktiv. Dann starb ihr Mann nach langer Krankheit. In den Wochen nach der Beerdigung schlief sie schlecht, aß wenig und hatte oft Herzklopfen. Bei einer Routineuntersuchung maß ihr Hausarzt einen Blutdruck von 180 zu 110.

Der Anfang: eine richtige Entscheidung

Ein solcher Wert ist ein schwerer Bluthochdruck, und er gehört behandelt. Der Arzt verschrieb Ramipril, einen bewährten Blutdrucksenker aus der Gruppe der ACE-Hemmer. Das war medizinisch richtig. Was in diesem Termin fehlte, war etwas anderes: die Frage, wie es Maria nach dem Tod ihres Mannes eigentlich geht. Schlechter Schlaf, wenig Appetit und Herzklopfen können auch Zeichen der Trauer sein.

Ein offener Holzschrank, dessen Fächer dicht mit Medikamentenschachteln, Tablettendosen, Blisterpackungen, Tuben und einer Tablettenbox gefüllt sind, im warmen Licht von der Seite.

Die Frage, die gefehlt hat

„Wie geht es Ihnen eigentlich?“

Der Husten, den niemand einordnete

Wenige Monate später bekam Maria einen trockenen Reizhusten, besonders nachts. In der Fachinformation von Ramipril steht er unter den häufigen Nebenwirkungen. Nach Angaben des unabhängigen Instituts IQWiG trifft er etwa 5 von 100 Menschen, die einen ACE-Hemmer nehmen. Typisch ist ein trockener, hartnäckiger Husten, der nach dem Absetzen wieder abklingt. Oft kommt dann ein verwandtes Mittel infrage, ein sogenanntes Sartan, das diesen Husten deutlich seltener auslöst.

Bei Maria stellte niemand diesen Zusammenhang her. Sie bekam einen Hustenstiller. Der dämpfte den Husten, machte sie aber tagsüber müde. Und weil die Ursache blieb, blieb auch der Hustenstiller, zwölf Jahre lang.

Die Frage, die gefehlt hat

„Könnte das vom neuen Medikament kommen?“

Die Überbrückung, die blieb

Im zweiten Jahr lag der Blutdruck noch immer über dem Zielwert. Ein Entwässerungsmittel kam hinzu, eine übliche und sinnvolle Kombination. Doch es brachte eigene Folgen mit: häufigeres Wasserlassen, auch nachts, Schwindel beim Aufstehen und Wadenkrämpfe, weil der Körper mit dem Urin Mineralstoffe verlor.

Im dritten Jahr bekam Maria deshalb ein Mineralstoffpräparat. Und weil sie nach den nächtlichen Toilettengängen nicht mehr einschlafen konnte, verschrieb man ihr ein Schlafmittel, gedacht als kurze Überbrückung. Die aktuelle Leitlinie zu Schlafstörungen sieht die gängigen Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine und der sogenannten Z-Substanzen in der Regel für höchstens vier Wochen vor. Bei Maria wurde ein Jahrzehnt daraus. Das ist kein Einzelfall: In einer schwedischen Studie mit mehr als 930.000 Menschen, die erstmals ein solches Mittel bekamen, nahmen es 57 Prozent der über 65-Jährigen länger als ein halbes Jahr.

Die Frage, die gefehlt hat

„Wie lange soll das laufen?“

Das Herzstolpern

Im fünften Jahr spürte Maria ein unregelmäßiges Herzstolpern. Die Diagnose lautete Vorhofflimmern, eine Herzrhythmusstörung, die im Alter und bei Bluthochdruck häufig ist. Sie bekam einen Betablocker, der den zu schnellen Herzschlag bremst, und einen Gerinnungshemmer, der das Schlaganfallrisiko deutlich senkt. Beides war begründet.

Der Betablocker machte sie allerdings noch müder, Hände und Füße waren oft kalt. Die Niedergeschlagenheit, die sie seit dem Tod ihres Mannes begleitete, wurde stärker. Im sechsten Jahr kam ein Antidepressivum hinzu.

Die Frage, die gefehlt hat

„Ist das Trauer, eine Depression oder eine Nebenwirkung?“

Der Magenschutz, der blieb

Gerinnungshemmer und bestimmte Antidepressiva können zusammen das Blutungsrisiko erhöhen. Deshalb bekam Maria im selben Jahr einen Magenschutz, der Blutungen im Magen vorbeugen sollte, auch das zunächst nachvollziehbar. Überprüft wurde er danach nie wieder.

Magenschutzmittel bremsen die Magensäure, und die braucht der Körper, um Vitamin B12 aus der Nahrung zu lösen. In einer großen Studie aus Kalifornien mit über 200.000 Menschen war ein B12-Mangel bei denen häufiger, die zwei Jahre oder länger Magenschutz genommen hatten. Im neunten Jahr wurde Maria vergesslich und blass, ihr B12-Wert war niedrig. Seither bekommt sie regelmäßig Spritzen.

Im zehnten Jahr zeigte eine Knochendichtemessung eine Osteoporose. Kalzium mit Vitamin D und ein Osteoporosemittel kamen dazu. Ob das mit dem Magenschutz zusammenhängt, lässt sich nicht sagen. Studien bringen eine lange Einnahme mit einem etwas höheren Risiko für Knochenbrüche in Verbindung, vor allem bei älteren Menschen. Gefragt hat danach niemand.

Die Frage, die gefehlt hat

„Wird der Magenschutz noch gebraucht?“

Zwölf Jahre, zwölf Mittel Marias Liste
  • behandelt eine Erkrankung7 Mittel
  • behandelt die Folge eines anderen Mittels5 Mittel

Jahr 1 und 2

  • Blutdrucksenker (Ramipril) gegen Bluthochdruck
  • Hustenstiller gegen den Reizhusten durch Ramipril
  • Entwässerungsmittel, weil der Blutdruck über dem Zielwert blieb

Jahr 3

  • Mineralstoffpräparat gegen Wadenkrämpfe durch das Entwässerungsmittel
  • Schlafmittel gegen Schlafprobleme nach nächtlichen Toilettengängen durch das Entwässerungsmittel

Jahr 5 und 6

  • Betablocker gegen Vorhofflimmern
  • Gerinnungshemmer zur Schlaganfallvorbeugung
  • Antidepressivum gegen Niedergeschlagenheit. Nach der Trauer fragte niemand.
  • Magenschutz gegen das Blutungsrisiko durch Gerinnungshemmer und Antidepressivum

Jahr 9 und 10

  • Vitamin-B12-Spritzen gegen den B12-Mangel durch den Magenschutz
  • Kalzium mit Vitamin D gegen Osteoporose
  • Osteoporosemittel gegen Osteoporose

Fünf von zwölf Mitteln stehen nur wegen anderer Mittel auf Marias Liste.

Ein Muster mit Namen

Schaut man auf diese Liste, fällt ein Muster auf. Fünf von Marias zwölf Mitteln behandeln nicht ihre ursprünglichen Erkrankungen, sondern die Folgen anderer Medikamente. Fachleute nennen das eine Verschreibungskaskade: Eine Nebenwirkung wird nicht als solche erkannt, sondern als neue Beschwerde gedeutet und mit einem weiteren Mittel behandelt. Der Hustenstiller nach einem ACE-Hemmer ist dafür ein Lehrbuchbeispiel. Wie solche Kaskaden entstehen und warum sie so oft unbemerkt bleiben, zeigt Teil 2.

Kein einzelner Schritt in Marias Geschichte war unvernünftig. Unvernünftig war nur, dass niemand alle Schritte zusammen betrachtet hat.

Für dich heißt das: Wenn kurz nach einem neuen Medikament eine neue Beschwerde auftaucht, frag, ob beides zusammenhängen kann.

Risiken & Folgen

Welche Risiken hat Polypharmazie? Was sie den Körper kosten kann

Mit der Zahl der Medikamente steigen bestimmte Risiken messbar an. Die hausärztliche Leitlinie Multimedikation von 2021 beschreibt sie ausführlich. Einige davon lassen sich an Marias Liste direkt ablesen.

Stürze: drei Dinge, die nachts zusammenkommen

Es ist kurz nach drei. Maria wacht auf, weil sie zur Toilette muss, das Entwässerungsmittel wirkt. Das Schlafmittel macht sie benommen. Und als sie aufsteht, sackt ihr Blutdruck ab, denn gleich mehrere ihrer Mittel senken ihn. Für einen Moment wird ihr schwindlig, und der Flur ist dunkel.

Ein dunkler Flur in einer älteren Wohnung bei Nacht. Ein Nachtlicht knapp über dem Boden beleuchtet Hausschuhe, einen an die Wand gelehnten Gehstock und einen Läufer mit umgeschlagener Ecke. Am Ende des Flurs steht die Badezimmertür halb offen.
Kurz nach drei
  1. Das Entwässerungsmittel weckt sie.
  2. Das Schlafmittel macht sie benommen.
  3. Der Blutdruck sackt beim Aufstehen ab.

In dieser Szene kommt zusammen, was Fachleute fürchten. Eine europäische Expertengruppe zählt Entwässerungsmittel, Schlaf- und Beruhigungsmittel und Antidepressiva zu den Medikamenten, die das Sturzrisiko erhöhen können. Maria nimmt alle drei. Und durch ihre Osteoporose wird aus einem Sturz schnell ein Knochenbruch.

Kopf und Gedächtnis

Manche Wirkstoffe dämpfen das Nervensystem, etwa Schlafmittel oder manche Hustenstiller. Zusammen können sie Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Bei älteren Menschen werden solche Veränderungen leicht dem Alter zugeschrieben. Marias Geschichte zeigt, wie trügerisch das sein kann: Ihre Vergesslichkeit im neunten Jahr war kein Zeichen des Alters, sondern ein B12-Mangel. Ein solcher Mangel kann Gedächtnisprobleme, Verwirrtheit und Gleichgewichtsstörungen verursachen.

Wechselwirkungen: das unsichtbare Natrium

Jedes zusätzliche Medikament kann die Wirkung anderer verstärken oder abschwächen. Ein Beispiel aus Marias Liste: Entwässerungsmittel können den Natriumspiegel im Blut senken, bestimmte Antidepressiva ebenfalls. Besonders gefährdet sind ältere Frauen, davor warnt etwa die britische Arzneimittelbehörde. Ein zu niedriger Natriumspiegel äußert sich oft unauffällig, mit Müdigkeit, Verwirrtheit oder Gangunsicherheit, und wird deshalb leicht übersehen.

Dabei ist schon ein leichter, dauerhafter Natriummangel nicht harmlos. In einer belgischen Studie waren 21 Prozent der Klinikpatienten mit leichtem Natriummangel nach einem Sturz eingeliefert worden, bei Vergleichspatienten mit normalem Natrium nur 5 Prozent. In Tests gingen Menschen mit leichtem Natriummangel unsicherer und reagierten langsamer, vergleichbar mit Gesunden nach Alkohol mit rund 0,6 Promille im Blut. Unter den Ursachen des Natriummangels waren auch in dieser Studie Entwässerungsmittel und Antidepressiva. So führt auch dieser Weg zurück in den dunklen Flur.

Ungeeignet fürs Alter: die PRISCUS-Liste

Manche Wirkstoffe gelten für ältere Menschen als potenziell ungeeignet, weil ihre Risiken im Alter oft größer sind als ihr Nutzen oder weil es verträglichere Alternativen gibt. In Deutschland fasst sie die PRISCUS-Liste zusammen. Ihre Neufassung PRISCUS 2.0 von 2023 umfasst 177 Wirkstoffe und Wirkstoffklassen.

Wie verbreitet solche Mittel sind, zeigt eine Auswertung des WIdO: 2022 bekam jeder zweite gesetzlich Versicherte über 65 mindestens ein Medikament von dieser Liste verordnet, insgesamt 8,3 Millionen Menschen. Das überraschendste Ergebnis: Mehr als die Hälfte dieser Verordnungen waren Magenschutzmittel. Sie gelten als ungeeignet, sobald sie länger als acht Wochen genommen werden. Marias Magenschutz ist also kein Einzelfall, sondern der häufigste Fall.

Wenn es in der Notaufnahme endet

Wie groß die Folgen insgesamt sind, zeigt eine Studie aus vier deutschen Notaufnahmen, veröffentlicht im Deutschen Ärzteblatt. Ausgewertet wurden über 10.000 Notfälle. Bei 6,5 Prozent bestand der Verdacht, dass eine Nebenwirkung von Medikamenten der Auslöser war. Von diesen Patienten mussten 89 Prozent im Krankenhaus bleiben, bei allen Notfällen waren es 44 Prozent. Die Betroffenen waren im Mittel fast 75 Jahre alt und nahmen sieben verschiedene Medikamente. Am häufigsten standen Gerinnungshemmer und Blutdrucksenker unter Verdacht, also Mittel, die viele Menschen dringend brauchen. Gerade deshalb lohnt es sich, Dosis und Kombination regelmäßig zu prüfen, statt sie einfach wegzulassen.

Studie aus vier Notaufnahmen Wer im Krankenhaus bleiben musste
Notfälle mit Verdacht auf eine Nebenwirkung89 %
alle Notfälle44 %

Vier deutsche Notaufnahmen, 10.174 Notfälle (Schurig et al., Deutsches Ärzteblatt 2018)

Fehler im Alltag

Je mehr Medikamente, desto komplizierter der Einnahmeplan, und desto leichter passiert ein Fehler: eine vergessene Dosis, eine doppelte Einnahme, eine Tablette zur falschen Tageszeit. Bei zwölf Präparaten zu vier Tageszeiten genügt dafür ein unruhiger Morgen, auch bei Menschen, die sehr sorgfältig sind.

Für dich heißt das: Schieb einen Sturz, neue Vergesslichkeit oder Verwirrtheit nicht einfach aufs Alter, weder bei dir noch bei deinen Eltern. Sprich die Medikamente als mögliche Ursache an.

Die menschliche Seite

Was Polypharmazie den Menschen kosten kann

Die Folgen von Polypharmazie lassen sich nicht nur in Risiken und Prozentzahlen beschreiben. Sie verändern auch, wie ein Mensch seinen eigenen Körper erlebt.

Wenn man sich selbst nicht mehr lesen kann

Maria ist oft müde. Aber woher kommt die Müdigkeit? Vom Betablocker, vom Schlafmittel, vom Hustenstiller, vom niedrigen Natrium, von der Trauer oder einfach vom Alter? Sie weiß es nicht, und bei so vielen gleichzeitig wirkenden Mitteln kann es auch ihr Arzt kaum auf Anhieb sagen. Früher konnte sie Müdigkeit, Hunger oder Unruhe einordnen. Heute überlagern sich so viele mögliche Ursachen, dass ihr Körper ihr kaum noch verständliche Signale sendet.

Ein Alltag nach Einnahmezeiten

Ihr Tag ist um die Medikamente herum organisiert. Die Tablettenbox muss jeden Sonntag befüllt, Rezepte müssen rechtzeitig verlängert, Kontrolltermine bei drei verschiedenen Ärzten wahrgenommen werden. Wenn sie ihre Tochter für ein Wochenende besucht, packt sie zuerst die Medikamente ein. Die Krankheiten selbst bemerkt sie im Alltag kaum. Die Behandlung bemerkt sie ständig.

Sechs mögliche Ursachen Woher kommt die Müdigkeit?
Müdigkeit Betablocker Schlafmittel Hustenstiller niedriges Natrium Trauer Alter
  • Dunkelgrün: MedikamenteBetablocker, Schlafmittel und Hustenstiller können müde machen. Das niedrige Natrium kann vom Entwässerungsmittel und vom Antidepressivum kommen.
  • Sandfarben: andere mögliche GründeDie Trauer und das Alter.

Die Frage, die nie gestellt wurde

Und dann ist da die Trauer. In zwölf Jahren hat Maria Dutzende Arzttermine wahrgenommen. Ihr Blutdruck, ihr Herzrhythmus und ihre Knochendichte wurden gemessen. Als sie das Antidepressivum bekam, ging es um Schlaf, Antrieb und Stimmung. Nach dem Tod ihres Mannes fragte niemand. Nicht weil ihre Ärzte gleichgültig gewesen wären, sondern weil in einem kurzen Termin, der sich um Messwerte und Rezepte dreht, dafür kaum Raum bleibt.

Dabei ähneln sich Trauer und Depression, sind aber nicht dasselbe. Seit 2022 führt die Weltgesundheitsorganisation die anhaltende Trauerstörung als eigene Diagnose. Gemeint ist eine Trauer, bei der Sehnsucht und Schmerz auch nach einem halben Jahr und länger kaum nachlassen und den Alltag deutlich einschränken. Ob Maria davon betroffen ist, weiß niemand, denn gefragt hat ja keiner. Fest steht: Trauer lässt sich gezielt begleiten. In einer großen amerikanischen Studie erwies sich eine Gesprächstherapie, die direkt auf die Trauer eingeht, als Behandlung der ersten Wahl. Ein Antidepressivum half zusätzlich gegen begleitende depressive Beschwerden. Beides kann also seinen Platz haben, wenn jemand erst einmal fragt, was eigentlich los ist.

Die Behandlung ihres Blutdrucks war richtig. Was fehlte, war jemand, der auch nach ihrer Trauer fragte.

Zwei Sessel an einem kleinen runden Tisch vor dem Fenster. Über dem einen liegt eine altrosa Strickdecke, über der Lehne des anderen hängt eine graue Strickjacke. Auf dem Tisch stehen eine Tasse Tee, eine Tablettenbox, eine Lesebrille und ein Krug mit Blumen.

Für dich heißt das: Erzähl in der Praxis auch, was dich belastet, nicht nur, was wehtut. Und wenn du dich um deine Eltern kümmerst, frag nach, wie es ihnen wirklich geht.

Was bleibt

Was du aus Marias Geschichte mitnehmen kannst

Warum es niemand bemerkt hat

Maria hatte einen Hausarzt, einen Kardiologen und eine Orthopädin. Jeder von ihnen hat für sich nachvollziehbar gehandelt, die meisten Entscheidungen waren einzeln betrachtet sogar richtig. Und trotzdem ist eine Liste entstanden, die so niemand gewollt hätte. Warum das im Versorgungsalltag so oft passiert, zeigt Teil 2.

Auf einer Gartenbank liegt die Hand einer jüngeren Frau auf der Hand einer älteren Frau mit Ehering. Daneben liegen ein Notizblock und ein Bleistift, im Hintergrund blüht der Garten im Abendlicht.

Dein Check für den nächsten Termin

An jedem Wendepunkt in Marias Geschichte fehlte eine Frage. Hak unten an, was auf dich oder einen Angehörigen zutrifft. Darunter erscheint dann, was du beim nächsten Termin in der Praxis oder in der Apotheke fragen kannst und worauf du ein Recht hast.

Dein Medikamenten-Check

Hak an, was zutrifft. Dein Ergebnis steht darunter, gespeichert wird nichts.

Plan

Beratung

Wofür?

Woher?

Wie lange?

Noch nötig?

Für deinen nächsten Termin

Sobald du oben etwas anhakst, steht hier, was du fragen kannst und worauf du ein Recht hast.

  • Dein Medikationsplan. Du hast Anspruch auf einen bundeseinheitlichen Medikationsplan. Bitte deine Hausarztpraxis darum und nimm ihn zu jedem Termin mit, auch in die Apotheke und ins Krankenhaus.
  • Kostenlose Beratung in der Apotheke. Einmal in zwölf Monaten steht dir eine erweiterte Medikationsberatung zu, die deine Krankenkasse bezahlt. Frag in deiner Apotheke nach einem Termin und bring alle Packungen mit, auch die ohne Rezept, dazu deinen Plan und deine Arztbriefe.
  • „Wofür nehme ich das?“ Frag das bei jedem Mittel, das du nicht sicher zuordnen kannst. Lass den Grund in deinen Medikationsplan eintragen, dafür hat er eine eigene Spalte.
  • „Könnte diese Beschwerde vom Medikament kommen?“ Sag dazu, wann die Beschwerde begann und welches Mittel um diese Zeit neu war. Ohne diesen Hinweis wird der Zusammenhang leicht übersehen, wie bei Marias Husten.
  • „Wie lange soll ich es nehmen, und wer prüft, wann es endet?“ Das gilt zum Beispiel für ein Schlafmittel oder einen Magenschutz. Plant das Ende gemeinsam, statt es auf eigene Faust abzusetzen.
  • „Brauche ich das noch, und passt alles zusammen?“ Bitte um einen Termin, bei dem alle Mittel auf den Tisch kommen, auch die von anderen Praxen und die ohne Rezept.

Mach ein Foto von dieser Liste oder schreib sie ab, dann hast du sie beim Termin dabei. Und bitte ändere nichts auf eigene Faust.

Und sag, wie es dir geht.

Was du darüber hinaus tun kannst und welcher Weg zu dir passt, zeigt Teil 3.

Nachschlagen

Häufige Fragen

Ab wie vielen Medikamenten spricht man von Polypharmazie?

Meist ab fünf Medikamenten, die dauerhaft und gleichzeitig genommen werden. Eine einheitliche Definition gibt es nicht, doch diese Grenze ist in der Fachliteratur am weitesten verbreitet. Mit jedem weiteren Mittel wächst die Zahl möglicher Wechselwirkungen: Bei fünf Mitteln gibt es zehn mögliche Paare, bei zwölf schon 66.

Wie viele ältere Menschen sind betroffen?

Sehr viele. Laut einer Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK bekamen 2022 rund 43 Prozent der gesetzlich Versicherten über 65 mehr als fünf Wirkstoffe gleichzeitig. Im Mittel wurden Menschen ab 65 im Jahr 2021 schon 4,4 verschiedene Medikamente pro Tag verordnet, 2012 waren es noch 3,9.

Warum vertragen ältere Menschen Medikamente oft schlechter?

Mit dem Alter bauen Nieren und Leber viele Wirkstoffe langsamer ab, der Anteil an Körperwasser sinkt, und auf manche Wirkstoffgruppen reagiert der Körper empfindlicher. Dieselbe Dosis kann deshalb stärker oder länger wirken. Dazu kommen meist mehrere Erkrankungen und damit mehr Medikamente, die sich gegenseitig beeinflussen können.

Ist Polypharmazie gefährlich?

Nicht automatisch, denn viele Medikamente sind notwendig. Riskant wird es, wenn niemand mehr prüft, ob alle Mittel noch gebraucht werden und zusammenpassen. Dann steigt unter anderem das Risiko für Stürze, Wechselwirkungen und Krankenhausaufenthalte. In einer Studie aus vier deutschen Notaufnahmen ging bei 6,5 Prozent aller Notfälle vermutlich eine Nebenwirkung von Medikamenten voraus.

Was ist die PRISCUS-Liste?

Die PRISCUS-Liste nennt Wirkstoffe, die für ältere Menschen als potenziell ungeeignet gelten, weil ihre Risiken im Alter oft überwiegen oder es verträglichere Alternativen gibt. Die Neufassung PRISCUS 2.0 von 2023 umfasst 177 Wirkstoffe und Wirkstoffklassen. Steht ein Mittel darauf, ist es nicht verboten. Nutzen und Risiko sollten dann aber besonders sorgfältig abgewogen werden.

Zählen rezeptfreie Mittel und Nahrungsergänzungen mit?

Die Zahlen aus Deutschland erfassen meist nur verordnete Medikamente, weil sie auf Rezeptdaten beruhen. Für den Überblick über deine eigene Liste gehört aber alles dazu, was du regelmäßig nimmst, auch rezeptfreie Mittel, pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungen. Nur so kann jemand beurteilen, wie alles zusammenwirkt.

Darf ich Medikamente selbst absetzen?

Bitte nicht. Manche Mittel, etwa Betablocker, Schlafmittel oder Antidepressiva, können bei plötzlichem Absetzen gefährliche Reaktionen auslösen. Andere senken das Risiko für schwere Folgen wie einen Schlaganfall. Medikamente zu reduzieren ist oft möglich, aber immer gemeinsam mit deinem Arzt. Wie das sicher geht, zeigt Teil 3 dieser Serie.

Viele kleine Schritte statt eines großen Fehlers

Morgen früh um halb acht sitzt Maria wieder am Küchentisch und sortiert zwölf Döschen. Keines davon kam durch einen großen Fehler auf ihre Liste. Ein Medikament wurde ergänzt, eine Nebenwirkung als neue Beschwerde behandelt, eine Überbrückung nie beendet, und nach der Trauer hat niemand gefragt.

Viele Medikamente sind notwendig, manche lebenswichtig. Das Problem ist nicht die Medizin, sondern die fehlende Gesamtschau: die Frage, ob alle Mittel noch gebraucht werden, ob sie zusammenpassen und ob hinter einer neuen Beschwerde vielleicht ein altes Medikament steckt.

Die Fragen, die Maria gefehlt haben, kennst du jetzt. Wofür nehme ich das? Könnte das vom Medikament kommen? Wie lange noch? Brauche ich das noch? Und: Wie geht es mir eigentlich? Warum sie im Versorgungsalltag so selten gestellt werden, zeigt Teil 2. Wie man eine Liste wie Marias behutsam und ärztlich begleitet wieder kürzer macht, zeigt Teil 3.

Quellen

29 Studien, Leitlinien und Fachquellen in fünf Gruppen, zum Aufklappen

Definition und Verbreitung

  • WIdO: Pressemitteilung „Jeder zweite ältere Mensch erhält potenziell unangemessene Medikamente“ vom 07.09.2023 (43 Prozent mit mehr als fünf Wirkstoffen, 50,3 Prozent mit mindestens einem PRISCUS-Mittel, mehr als die Hälfte davon Magenschutz). idw-online
  • AOK ProDialog 11/2022: Polypharmazie bei Älteren (3,9 Medikamente pro Tag 2012, 4,4 im Jahr 2021). PDF
  • Masnoon N et al.: What is polypharmacy? A systematic review of definitions. BMC Geriatr 2017;17:230. doi:10.1186/s12877-017-0621-2
  • Mangoni AA, Jackson SHD: Altersbedingte Veränderungen von Pharmakokinetik und Pharmakodynamik. Br J Clin Pharmacol 2004;57:6–14. doi:10.1046/j.1365-2125.2003.02007.x
  • DEGAM: S3-Leitlinie Multimedikation, AWMF 053-043, Fassung 2021 (inzwischen abgelaufen). PDF

Marias Medikamente

  • EMA: Harmonisierte Fachinformation Tritace (Ramipril), Abschnitte 4.4 und 4.8 (trockener Reizhusten häufig, klingt nach dem Absetzen ab). PDF
  • IQWiG (gesundheitsinformation.de): Mit welchen Medikamenten wird Bluthochdruck behandelt? Aktualisiert am 22.05.2024 (Reizhusten bei etwa 5 von 100 unter ACE-Hemmern, Sartane lösen seltener Husten aus). Link
  • Isomura K et al.: Factors associated with long-term benzodiazepine and Z-drug use across the lifespan and 5-year temporal trajectories among incident users: a Swedish nationwide register-based study. Eur J Clin Pharmacol 2023;79:1091–1105 (930.465 Menschen mit erster Verordnung, länger als sechs Monate bei 57,4 Prozent der über 65-Jährigen). doi:10.1007/s00228-023-03515-2
  • S3-Leitlinie Insomnie bei Erwachsenen, AWMF 063-003, 2025. PDF · Zusammenfassung bei PTA heute
  • IQWiG (gesundheitsinformation.de): Vorhofflimmern, Frequenzkontrolle mit Betablockern und Schlaganfallvorbeugung mit Gerinnungshemmern, Stand 04.10.2022. Vorhofflimmern · Frequenzkontrolle · Schlaganfällen vorbeugen
  • NHS: Side effects of bisoprolol, zuletzt geprüft am 08.01.2026 (häufig Müdigkeit sowie kalte Hände und Füße). Link
  • EMA: Fachinformation Eliquis (Apixaban), Abschnitt 4.5 (Vorsicht bei gleichzeitiger Gabe von SSRI/SNRI, weil sie das Blutungsrisiko erhöhen). PDF
  • Lam JR et al.: Proton pump inhibitor and histamine 2 receptor antagonist use and vitamin B12 deficiency. JAMA 2013;310:2435–2442. doi:10.1001/jama.2013.280490
  • NIH Office of Dietary Supplements: Vitamin B12, Fact Sheet for Consumers (Stand 12/2023). Link
  • MHRA: Proton pump inhibitors in long-term use: increased risk of fracture (2012). Link
  • Chen Z et al.: Research on prescribing cascades: a scoping review. Front Pharmacol 2023;14:1147921. Link
  • Rochon PA, Gurwitz JH: Optimising drug treatment for elderly people: the prescribing cascade. BMJ 1997;315:1096–1099. doi:10.1136/bmj.315.7115.1096
  • Rochon PA, Gurwitz JH: The prescribing cascade revisited. Lancet 2017;389:1778–1780. doi:10.1016/S0140-6736(17)31188-1

Risiken

  • Seppala LJ et al.: STOPPFall, Delphi-Studie der europäischen Geriatrie-Fachgesellschaft zu sturzfördernden Medikamenten. Age Ageing 2021;50:1189–1199. doi:10.1093/ageing/afaa249
  • MHRA: SSRIs and hyponatraemia (ältere Menschen, besonders ältere Frauen, besonders gefährdet). Link
  • Renneboog B et al.: Mild chronic hyponatremia is associated with falls, unsteadiness, and attention deficits. Am J Med 2006;119:71.e1–8 (122 Patienten mit leichtem Natriummangel und 244 Vergleichspatienten, Stürze 21,3 gegenüber 5,3 Prozent; Gang- und Aufmerksamkeitstests vergleichbar mit 0,6 Promille Alkohol). doi:10.1016/j.amjmed.2005.09.026
  • Mann NK et al.: PRISCUS 2.0, Liste potenziell inadäquater Medikation für ältere Menschen. Dtsch Arztebl Int 2023;120:3–10. doi:10.3238/arztebl.m2022.0377 · Einordnung der AkdÄ
  • Schurig AM et al.: Adverse drug reactions (ADR) and emergencies. Dtsch Arztebl Int 2018;115:251–258. aerzteblatt.de

Trauer

Deine Ansprüche

  • KBV: Medikationsplan (Anspruch nach § 31a SGB V bei mindestens drei verordneten, systemisch wirkenden Arzneimitteln über mindestens 28 Tage, erstellt in der Regel von der Hausarztpraxis). Link
  • ABDA: Erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation (ab fünf verordneten, systemisch wirkenden Arzneimitteln in Dauermedikation, einmal alle 12 Monate, bei größeren Änderungen früher). Link
  • aponet: Pharmazeutische Dienstleistungen in der Apotheke (Kosten übernimmt die Krankenkasse). Link

Quellen zuletzt geprüft: 9. Oktober 2026.

Transparenz

Text und Recherche: Björn Flak, Natürlich.Gesund.Vital. Bei Organisation, Recherche und Formulierung nutze ich KI als Hilfsmittel. Was hier steht, habe ich geprüft und verantworte ich selbst. Eine gesonderte fachliche Prüfung durch Dritte hat für diesen Artikel nicht stattgefunden.

Dieser Artikel ist Teil unserer dreiteiligen Serie „Die Polypharmazie-Falle“. Maria ist eine fiktive Figur, deren Geschichte aus typischen Verläufen zusammengesetzt ist. Die Fotos auf dieser Seite sind KI-generierte Symbolbilder, die Grafiken sind eigene Darstellungen.

Natürlich.Gesund.Vital vertreibt TCM-Rezepturen. Dieser Artikel steht in keinem Zusammenhang mit unseren Produkten.

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Die Polypharmazie-Falle

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