Qualität & Transparenz
Nahrungsergänzungsmittel aus China: Woran du gute Qualität erkennst
Was am schlechten Ruf stimmt, was die EU wirklich prüft und wie du jedes Produkt in wenigen Minuten selbst einschätzt.
Rund 14 Minuten LesezeitQuellen geprüft im Oktober 2026
Einleitung
Die Produkte haben mich gefunden
Ehrlich gesagt bin ich nicht losgezogen, um Nahrungsergänzung aus China zu verkaufen. Die Produkte haben eher mich gefunden. Ein Gespräch mit einem früheren Kollegen brachte mich in Kontakt mit der China Medical University und dem Forschungsteam um Prof. Dr. Minjie Wei. Dort habe ich eine Art kennengelernt, über Rezepturen nachzudenken, die altes Pflanzenwissen mit moderner Analytik verbindet.
Den Ruf kannte ich trotzdem. „Aus China“ klingt für viele nach Schwermetallen, unlesbaren Etiketten und Rückrufen, und ganz unbegründet ist das nicht. Deshalb wollte ich es nicht bei einem guten Gefühl belassen. Für jedes unserer Produkte gibt es Laborberichte von SGS, deren Ergebnisse du auf unserer Laborseite nachlesen kannst.
Und deshalb zeige ich dir in diesem Artikel, wie du Nahrungsergänzung aus China bei jedem Anbieter selbst prüfen kannst. Auch bei mir.
Kurz beantwortet
Sind chinesische Nahrungsergänzungsmittel sicher?
Das entscheidet nicht das Land, sondern Kontrolle und Verantwortung. Gut ist ein Produkt, wenn ein Unternehmen in der EU dafür haftet, das Etikett vollständig auf Deutsch ist und ein akkreditiertes Labor die Schadstoffe gemessen hat. Riskant sind vor allem Direktbestellungen ohne Verantwortlichen in der EU.
Kurz gesagt
Fünf Fragen vor jedem Kauf
- 1Wer ist verantwortlich?Ein Unternehmen mit Adresse in der EU sollte auf der Packung oder im Impressum stehen. Es haftet für das Produkt.
- 2Ist das Etikett vollständig und auf Deutsch?Zutaten, Tagesdosis und Warnhinweise müssen verständlich draufstehen.
- 3Gibt es einen Laborbericht?Von einem unabhängigen, akkreditierten Labor, und passend zu genau diesem Produkt.
- 4Verzichtet der Anbieter auf Heilversprechen?Wer verspricht, dass etwas Krankheiten heilt, hält sich schon nicht an die Regeln.
- 5Erreichst du einen Menschen?Eine echte Adresse und jemand, der deine Fragen beantwortet, sind mehr wert als jedes Siegel.
Verstehen
Woher der schlechte Ruf kommt und was davon stimmt
Der Ruf kommt nicht aus dem Nichts. Es gibt Fälle, die man kennen sollte, weil sie zeigen, wo die eigentlichen Risiken liegen.
Belgien, Anfang der 1990er
In einer belgischen Klinik bekamen Frauen eine Schlankheitskur, die auch chinesische Pflanzenpulver enthielt. Statt der vorgesehenen Pflanze Stephania tetrandra landete eine andere in den Kapseln: Aristolochia fangchi. Die chinesischen Namen der beiden ähneln sich stark. Aristolochia enthält Aristolochiasäure, die die Nieren schädigt und heute als krebserregend eingestuft ist.
Die Folgen waren schwer. Mehr als 100 Menschen in Belgien erlitten ein Nierenversagen und brauchten Dialyse oder eine Spenderniere. Bei 39 von ihnen, die sich vorsorglich operieren ließen, fanden Ärzte in 18 Fällen Krebs der Harnwege.
Das eigentliche Problem war nicht das Herkunftsland. Es war eine verwechselte Pflanze, und niemand hatte geprüft, was wirklich in den Kapseln steckte.
Australien, 2012
Forscher untersuchten 15 traditionelle chinesische Präparate, die der australische Zoll beschlagnahmt hatte, mit DNA-Analysen. In einigen fanden sie Pflanzen wie Ephedra und Asarum, die in falscher Dosis giftig sein können und deren Menge nirgends angegeben war. In mehreren Proben steckte außerdem Erbgut geschützter Tiere wie Kragenbär und Saiga-Antilope.
Auch hier zeigt sich: Wenn niemand kontrolliert, sagt das Etikett wenig über den Inhalt.
Heute: Kontrollen im Onlinehandel
Die österreichische Lebensmittelaufsicht hat 2025 gezielt 82 Pakete mit Nahrungsergänzungsmitteln aus Ländern außerhalb der EU geprüft. 11 davon, also gut 13 Prozent, durften so nicht verkauft werden. Häufige Gründe waren nicht zugelassene neuartige Zutaten, oft aus außereuropäischer Pflanzenheilkunde, und eine fehlerhafte Kennzeichnung. Die Verbraucherzentrale warnt zusätzlich, dass in Produkten aus dem Ausland immer wieder nicht angegebene Arzneistoffe gefunden werden.
- 1990er Belgien Eine verwechselte Pflanze in einer Schlankheitskur, mehr als 100 Menschen mit Nierenversagen Niemand prüfte, welche Pflanze in der Kapsel war
- 2012 Australien DNA-Analyse von 15 beschlagnahmten Präparaten, Zutaten fehlen auf dem Etikett Ohne Kontrolle sagt das Etikett wenig
- 2025 Österreich 11 von 82 Paketen aus Drittländern nicht verkehrsfähig Direktimporte ohne Verantwortlichen in der EU
Was stimmt
- Es gab schwere Fälle durch verwechselte oder nicht angegebene Pflanzen.
- Etiketten und Inhalt passen nicht immer zusammen, wenn niemand kontrolliert.
- Bei Kontrollen fallen Direktimporte aus Drittländern immer wieder auf.
Was nicht stimmt
„Aus China, also schlecht“ greift zu kurz. In China arbeiten moderne, akkreditierte Labore, auch die großen internationalen Prüfkonzerne. Viele Rohstoffe in Produkten, die in Europa verkauft werden, stammen ohnehin von dort. Und schlechte Produkte gibt es aus jedem Land.
Das Muster hinter den Problemfällen ist ein anderes: Es fehlt eine Kontrolle, und es fehlt jemand, der verantwortlich ist. Genau darauf kannst du beim Kauf achten.
MerksatzDie Frage ist nicht „China ja oder nein“, sondern „geprüft und verantwortet ja oder nein“.
Verstehen
Was in der EU für Nahrungsergänzungsmittel gilt
Viele gehen davon aus, dass eine Behörde jedes Produkt prüft, bevor es verkauft werden darf. Das stimmt nicht. Wenn du weißt, was die Regeln leisten und was nicht, kannst du Angebote viel besser einschätzen.
Viele denkenEine Behörde prüft jedes Produkt vor dem Verkauf.
Keine Zulassung, keine Vorabprüfung
Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich Lebensmittel, keine Arzneimittel. Sie brauchen keine Zulassung. Niemand prüft vor dem Verkauf, ob sie sicher sind oder ob sie halten, was die Werbung verspricht. Dafür ist allein der Hersteller oder Händler verantwortlich.
Viele denken„Beim BVL angezeigt“ ist ein Gütesiegel.
Die BVL-Anzeige ist keine Prüfung
Wer in Deutschland ein Nahrungsergänzungsmittel verkaufen will, muss es vorher beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) anzeigen. Das BVL bestätigt nur den Eingang. Bei Untersuchungen der Behörden werden je nach Schwerpunkt zwischen 25 und über 80 Prozent der geprüften Produkte beanstandet.
Viele denkenOnline bestellt ist online bestellt, egal von wo.
Wer haftet
Verantwortlich ist das Unternehmen, unter dessen Namen das Produkt verkauft wird. Sitzt es außerhalb der EU, ist es der Importeur. Bestellst du selbst direkt bei einem Händler in China, gibt es in der EU niemanden, der für das Produkt geradesteht. Das Risiko trägst dann du. Manche dieser Produkte gelten in Deutschland sogar als Arzneimittel.
Grenzwerte für Schadstoffe
Für Schwermetalle in Nahrungsergänzungsmitteln gelten EU-weit feste Höchstgehalte, festgelegt in der Verordnung (EU) 2023/915: 3,0 mg/kg für Blei, 1,0 mg/kg für Cadmium und 0,10 mg/kg für Quecksilber. Für Arsen gibt es bei Nahrungsergänzungsmitteln keinen eigenen EU-Höchstgehalt. Für Pestizide gilt die Verordnung (EG) Nr. 396/2005. Ist für einen Stoff kein eigener Wert festgelegt, liegt die Grenze in der Regel bei 0,01 mg/kg.
Neuartige Lebensmittel
Zutaten, die vor dem 15. Mai 1997 in der EU nicht in nennenswertem Umfang gegessen wurden, gelten als neuartige Lebensmittel, auf Englisch Novel Food. Sie brauchen eine eigene Zulassung. Bei vielen Pflanzen aus der asiatischen Heilkunde ist genau das die entscheidende Frage, und wie die Kontrollen in Österreich zeigen, scheitern viele Importe daran.
Was nicht erlaubt ist
Ein Lebensmittel darf nicht damit werben, Krankheiten zu verhüten, zu lindern oder zu heilen. Auch gesundheitsbezogene Aussagen wie „gut für die Gelenke“ sind nur erlaubt, wenn die EU sie ausdrücklich zugelassen hat. Wer mit Heilversprechen wirbt, verstößt also schon gegen die Grundregeln.
Höchstgehalte in der EU
Schwermetalle in Nahrungsergänzungsmitteln
- Blei
- 3,0 mg/kg
- Cadmium
- 1,0 mg/kg
- Quecksilber
- 0,10 mg/kg
Verordnung (EU) 2023/915. Für Arsen gibt es bei Nahrungsergänzung keinen eigenen Höchstgehalt, für Pestizide meist 0,01 mg/kg.
Was auf der Packung stehen muss
Das Etikett muss in Deutschland unter anderem enthalten:
- die Bezeichnung „Nahrungsergänzungsmittel“
- die Zutaten und die Stoffe, die das Produkt ausmachen
- die empfohlene Tagesdosis
- den Warnhinweis, diese Dosis nicht zu überschreiten
- den Hinweis, dass Nahrungsergänzung keine abwechslungsreiche Ernährung ersetzt
- den Hinweis, das Produkt außerhalb der Reichweite kleiner Kinder aufzubewahren
- Name und Anschrift des verantwortlichen Unternehmens
So sieht ein vollständiges Etikett aus
Die Nummern entsprechen der Liste. Ein deutscher Aufkleber über der Originalverpackung ist erlaubt, solange er vollständig ist.
Für dich heißt das: Verlass dich nicht auf das Wort „angezeigt“ oder auf ein schönes Etikett. Entscheidend ist, wer haftet und ob jemand gemessen hat.
Prüfen
Sieben Merkmale guter Qualität
Kein einzelnes Merkmal macht ein Produkt gut. Zusammen geben sie dir aber ein ziemlich verlässliches Bild. Du kannst die Liste bei jedem Anbieter abhaken, auch bei uns.
-
1
Ein Verantwortlicher mit Adresse in der EU
Auf der Packung oder im Impressum steht ein Unternehmen mit vollständiger Anschrift in der EU. Nur dann hast du jemanden, der für das Produkt haftet und an den du dich wenden kannst.
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2
Ein vollständiges deutsches Etikett
Alle Pflichtangaben aus Kapitel 2 sind vorhanden und verständlich. Ein aufgeklebter Zettel über chinesischer Schrift ist kein Ausschlussgrund, solange er vollständig ist.
-
3
Laborergebnisse, die du einsehen kannst
Der Anbieter nennt Schwermetalle, Pestizide und Keime mit konkreten Werten. Manche Labore erlauben keine freie Veröffentlichung ihrer Berichte. Dann sollte der Anbieter dir den Bericht wenigstens auf Nachfrage schicken.
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4
Ein unabhängiges, akkreditiertes Labor
Akkreditiert heißt: Eine staatlich anerkannte Stelle hat geprüft, dass das Labor nach der internationalen Norm ISO/IEC 17025 arbeitet. In Deutschland ist das die DAkkS, in China die CNAS.
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5
Der Bericht passt zum Produkt
Name, Probe und möglichst auch die Charge stimmen mit dem überein, was du kaufst. Ein Laborbericht über einen Rohstoff sagt wenig über das fertige Produkt.
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6
Keine Heilversprechen
Seriöse Anbieter beschreiben Zutaten, Herkunft und Herstellung. Sie versprechen nicht, dass ein Produkt Krankheiten heilt.
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7
Ein erreichbarer Mensch
Du bekommst eine Antwort, wenn du fragst, woher die Rohstoffe kommen oder ob du den Laborbericht sehen kannst. Wie ein Anbieter mit solchen Fragen umgeht, verrät oft mehr als jedes Siegel.
-
So nutzt du die Liste
Mach einen Screenshot oder speichere diese Seite. Beim nächsten Kauf gehst du die sieben Punkte in zwei Minuten durch, egal bei welchem Anbieter.
7von 7
Für dich heißt das: Je mehr Punkte ein Anbieter erfüllt, desto ruhiger kannst du kaufen. Fehlen Verantwortlicher oder Laborbericht, lass das Produkt lieber liegen.
Prüfen
Einen Laborbericht in einer Minute prüfen
Ein Laborbericht wirkt auf den ersten Blick wie eine Wand aus Zahlen. Du musst aber nicht alles verstehen. Mit diesen sechs Fragen hast du das Wichtigste in einer Minute erfasst.
1Wer hat geprüft?
Oben auf dem Bericht stehen Name und Standort des Labors. Achte darauf, ob es akkreditiert ist. Das erkennst du meist an einem Logo der Akkreditierungsstelle und einer Nummer. Wichtig: Die Akkreditierung gilt für bestimmte Prüfverfahren. Gute Berichte markieren, wenn einzelne Messungen nicht darunter fallen.
2Welche Probe wurde geprüft?
Suche Produktname, Datum und Charge. Viele Berichte enthalten den Satz, dass die Angaben zur Probe vom Auftraggeber stammen. Das Labor bestätigt also, was es gemessen hat, aber nicht, woher die Probe kam.
3Was wurde gemessen?
Die wichtigsten Gruppen sind:
- Schwermetalle: Blei, Cadmium, Quecksilber und oft Arsen
- Pestizide: Gute Berichte prüfen Hunderte Stoffe auf einmal. Steht da nur eine Handvoll, ist das wenig aussagekräftig.
- Mikrobiologie: Keimzahl, Salmonellen, E. coli, Hefen und Schimmel
4Wie liegt das Ergebnis zum Grenzwert?
Vergleiche den Messwert mit dem Höchstgehalt aus Kapitel 2 und achte auf die Einheit, meist mg/kg. Ein Beispiel: Ein Bleiwert von 0,175 mg/kg liegt etwa 17-mal unter dem erlaubten Höchstgehalt von 3,0 mg/kg.
5Was heißt „nicht nachweisbar“?
Oft steht da „ND“ für „not detected“. Das bedeutet nicht null. Es bedeutet, dass der Wert unter der Grenze liegt, ab der die Methode messen kann. Diese Bestimmungsgrenze steht meist daneben. Liegt sie weit unter dem Höchstgehalt, ist „ND“ ein gutes Zeichen.
6Was fehlt?
Kein Bericht prüft alles. Häufig fehlen zum Beispiel Schimmelpilzgifte, die Echtheit der Pflanze oder der Gehalt an Wirkstoffen. Ein ehrlicher Anbieter sagt dir, was nicht geprüft wurde.
Ein erfundenes Beispiel. Die Nummern entsprechen den sechs Fragen.
Vorsicht bei diesen Berichten
Kein Labor genannt, kein Datum, nur ein Foto von einem „Zertifikat“, ein Bericht, der viele Jahre alt ist, oder einer, der sich auf einen Rohstoff statt auf das fertige Produkt bezieht.
Wie das an einem echten Beispiel aussieht, zeigen wir auf unserer Seite zur Laboreinordnung.
Erkennen
Warnsignale beim Kauf
Einige Dinge sollten dich stutzig machen, ganz egal, woher ein Produkt kommt.
-
Heilversprechen
„Heilt“, „wirkt gegen Diabetes“, „ersetzt Medikamente“. Solche Aussagen sind für Lebensmittel verboten. Wer sie trotzdem macht, nimmt es auch mit anderen Regeln nicht genau.
-
Kein Impressum oder nur eine Adresse außerhalb der EU
Dann gibt es niemanden, der in der EU für das Produkt haftet.
-
Kein deutsches Etikett
Du weißt nicht sicher, was drin ist und wie viel du nehmen darfst.
-
„Laborgeprüft“ ohne Bericht
Das Wort allein ist nicht geschützt. Frag nach dem Bericht. Kommt keine Antwort, ist das auch eine Antwort.
-
Ein Preis, der zu gut klingt
Saubere Rohstoffe, Laborprüfungen und eine ordentliche Kennzeichnung kosten Geld.
-
Versand direkt aus China ohne Verantwortlichen in der EU
Dann trägst du das Risiko selbst, und das deutsche Widerrufsrecht gilt unter Umständen nicht.
-
Druck und Wundergeschichten
„Nur heute“, „das verschweigen dir die Ärzte“, Vorher-nachher-Bilder. Gute Produkte brauchen das nicht.
-
Und ganz unabhängig vom Anbieter
Wenn du regelmäßig Medikamente nimmst, sprich vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke. Auch pflanzliche Mittel können Wechselwirkungen haben.
Offenlegen
So machen wir es bei Natürlich.Gesund.Vital
Ein Ratgeber, der nur andere prüft, wäre unehrlich. Deshalb hier unsere eigene Bilanz, mit allem, was wir haben, und allem, was wir nicht haben.
- 18
- Laborberichte für sechs Produkte
- 1.854
- Messwerte insgesamt
- 299
- Pestizide pro Produkt geprüft
- 2
- Pestizidspuren gefunden, beide offen genannt
Unsere Laborberichte
- Labor: SGS, ein international tätiger Prüfkonzern mit Hauptsitz in Genf, geprüft in Laboren in Qingdao und Shanghai, akkreditiert durch die CNAS
- Zeitraum: Mai bis Juli 2025
- Umfang: 18 Berichte für sechs Produkte, je einer zu Pestiziden, Schwermetallen und Mikrobiologie. Zusammen 1.854 Messwerte.
- Pestizide: 299 Stoffe pro Produkt. Bei 1.792 von 1.794 Messungen war nichts nachweisbar. Zwei Spuren haben wir gefunden und nennen sie offen: Acetamiprid in GuBao (0,016 mg/kg) und Metalaxyl in BaoShen (0,040 mg/kg).
- Schwermetalle: Alle Werte liegen unter den EU-Höchstgehalten. Den höchsten Bleiwert hat BaoShen mit 0,175 mg/kg, etwa 17-mal unter der Grenze.
- Mikrobiologie: In keinem Produkt wurden Salmonellen gefunden. Die Keimzahlen liegen deutlich unter den üblichen Obergrenzen.
Alle Werte und ihre Einordnung findest du auf unserer Seite zur Laboreinordnung. SGS erlaubt keine freie Veröffentlichung der Berichte. Du kannst sie aber jederzeit per E-Mail an info@nagevital.de anfordern.
Was wir nicht behaupten
- Die Berichte gelten für die geprüften Proben. Wir prüfen nicht jede Charge einzeln.
- Auftraggeber der Prüfungen war das Entwicklungszentrum der Rezepturen in China, nicht wir. Die Angaben zur Probe stammen von dort.
- Nicht untersucht wurden unter anderem Schimmelpilzgifte, die Echtheit der Pflanzen und der Gehalt an Wirkstoffen.
Unsere sieben Punkte im Überblick
- JaVerantwortlicher in der EUInverkehrbringer laut Etikett: EbG Einkaufsberatung im Gesundheitswesen GmbH, Halle (Saale). Verkauf: Björn Flak, Bottrop, siehe Impressum
- JaDeutsches Etikettals deutscher Aufkleber mit allen Pflichtangaben
- JaBeim BVL angezeigtalle sechs Produkte. Das ist Pflicht, kein Gütesiegel.
- JaLaborergebnisse einsehbarauf der Laborseite, Berichte auf Anfrage
- JaAkkreditiertes LaborSGS, akkreditiert durch die CNAS
- TeilweiseBericht passt zum Produktje Produkt eine geprüfte Probe, nicht unbedingt die Charge, die du bekommst
- JaKeine Heilversprechenim Shop und in unseren Artikeln
- JaErreichbarer Menschinfo@nagevital.de, Antwort von Björn persönlich
Wie unsere Produkte hergestellt werden und welche Zertifikate es gibt, steht auf der Seite Herstellung und Standards. Woher die Pflanzen stammen, erklären wir unter Daodi-Herkunft. Die Produkte selbst findest du im Shop.
Nachschlagen
Häufige Fragen
Sind Nahrungsergänzungsmittel aus China gefährlich?
Nicht grundsätzlich. Riskant wird es, wenn ein Produkt ohne Kontrolle und ohne Verantwortlichen in der EU verkauft wird. Mit den sieben Merkmalen aus Kapitel 3 kannst du das selbst einschätzen.
Darf ich Nahrungsergänzung direkt aus China bestellen?
Für den eigenen Bedarf ja. Du trägst dann aber das Risiko selbst, und das Produkt kann in Deutschland als Arzneimittel gelten oder nicht zugelassene Zutaten enthalten. Laut Verbraucherzentrale ist außerdem seit dem 1. Juli 2026 die 150-Euro-Grenze für zollfreie Sendungen weggefallen. Pro Sendung fällt jetzt Zoll an, dazu die Einfuhrumsatzsteuer.
Was bedeutet „beim BVL angezeigt“?
Dass der Hersteller oder Händler das Produkt beim Bundesamt gemeldet hat, bevor er es verkauft. Das BVL bestätigt nur den Eingang. Es ist keine Prüfung und keine Zulassung.
Ist ein Laborbericht aus China weniger wert als einer aus Deutschland?
Entscheidend ist die Akkreditierung, nicht das Land. Die chinesische Stelle CNAS und die deutsche DAkkS sind beide Teil eines internationalen Abkommens, in dem sich die Akkreditierungsstellen gegenseitig anerkennen. Beide prüfen nach derselben Norm ISO/IEC 17025.
Wie erkenne ich, ob ein Laborbericht echt ist?
Achte auf Labor, Berichtsnummer, Datum und Unterschrift. Im Zweifel kannst du beim Labor nachfragen, ob es den Bericht mit dieser Nummer ausgestellt hat.
Sind TCM-Produkte Arzneimittel?
In China werden viele Rezepturen als Arzneimittel eingesetzt. In der EU hängt es von Zusammensetzung und Verwendung ab. Als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, dürfen sie keine Heilwirkung versprechen.
Fazit
Geprüft und verantwortet, ja oder nein
Nahrungsergänzung aus China ist nicht automatisch riskant, und nicht automatisch gut. Die bekannten Skandale haben eines gemeinsam: Niemand hat geprüft, was wirklich im Produkt steckt, und niemand stand dafür gerade.
Genau das kannst du heute selbst überprüfen. Frag nach dem Verantwortlichen, schau aufs Etikett, lass dir den Laborbericht zeigen und sei skeptisch bei Heilversprechen. Ein guter Anbieter freut sich über diese Fragen.
Quellen
13 Gesetze, Behördenberichte und Studien in drei Gruppen, zum Aufklappen
Recht und Behörden
- Verbraucherzentrale: Wie sind Nahrungsergänzungsmittel geregelt? Link
- Verbraucherzentrale: Nahrungsergänzungsmittel aus dem Ausland. Link
- BAVG Österreich: Schwerpunktaktion Nahrungsergänzungsmittel aus Drittstaaten, Abschlussbericht 2025. PDF
- Verordnung (EU) 2023/915 über Höchstgehalte für Kontaminanten. EUR-Lex
- Verordnung (EG) Nr. 396/2005 über Pestizidrückstände, Zusammenfassung. EUR-Lex
- Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 über Lebensmittelinformationen, Art. 8. Link
- Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben. EUR-Lex
- Verordnung (EU) 2015/2283 über neuartige Lebensmittel; Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV), §§ 4 und 5.
Fälle und Studien
- Vanherweghem JL et al.: Rapidly progressive interstitial renal fibrosis in young women. The Lancet 1993;341:387–391.
- Nortier JL et al.: Urothelial carcinoma associated with the use of a Chinese herb (Aristolochia fangchi). N Engl J Med 2000;342:1686–1692.
- Coghlan ML et al.: Deep sequencing of plant and animal DNA contained within traditional Chinese medicines. PLoS Genet 2012. doi:10.1371/journal.pgen.1002657
Unsere Laborwerte
- SGS-Prüfberichte zu Pestiziden, Schwermetallen und Mikrobiologie, Mai bis Juli 2025, Einordnung auf der Laborseite.
- Natürlich.Gesund.Vital: Herstellung und Standards.
Quellen zuletzt geprüft: 13. Oktober 2026.
Transparenz
Text und Recherche: Björn Flak, Natürlich.Gesund.Vital. Bei Organisation, Recherche und Formulierung nutze ich KI als Hilfsmittel. Was hier steht, habe ich geprüft und verantworte ich selbst. Eine gesonderte fachliche Prüfung durch Dritte hat für diesen Artikel nicht stattgefunden.
Natürlich.Gesund.Vital verkauft selbst Nahrungsergänzungsmittel aus China. Kapitel 6 zeigt deshalb offen, wie unsere eigenen Produkte bei dieser Prüfung abschneiden.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn du Beschwerden hast oder Medikamente einnimmst, sprich mit deinem Arzt oder in der Apotheke.